Reisetagebuch

Die Seychellen

Diese Inselgruppe liegt im Indischen Ozean südlich des Äquators und östlich von Afrika. Sie umfasst 115 Inseln, von denen 42 Granitinseln und 73 Koralleninseln sind.
Im Juni 2011 besuchen meine Frau und ich für je eine Woche die drei größten Inseln der Seychellen: Mahe, Praslin und La Digue.
Am 31.05.2011 fliegen wir von Frankfurt mit den Emirates, mit Zwischenlandung in Dubai, zum internationalen Flughafen auf der Hauptinsel Mahe. Am frühen Morgen landen wir und warten dann darauf, dass wir abgeholt werden. Nach einer Weile kommt auch ein Kleinbus und bringt uns zum Fährhafen. Der liegt in der Nähe des Airports. Die Zeit bis zur Abfahrt der Fähre verbringen wir in einem kleinen Park am Rande des Hafens. Von dort geht es mit einer großen Katamaran-Fähre (ca. 200 Personen) die etwa 45 km zum "Ferry-Harbor" der Insel Praslin. Weil die See ziemlich rau ist, bleiben die meisten Passagiere im Innenraum. Der ist wie ein Kinosaal gestaltet und auf einem riesigen Bildschirm an der Frontseite läuft ein Film. Wir sind richtig froh, als die Fähre am Anleger von Praslin festgemacht hat.

Die Insel Prasslin

Als wir ankommen, ist das Wetter warm und sonnig, aber auch windig. Wir suchen in dem Getümmel unsere Koffer und begeben uns in die große Wartehalle (Passenger Terminal), wo Vertreter der verschiedenen Residenzen ihre Gäste abholen. Unser Gepäck wird auf einen Pickup geladen und wir gehen den kurzen Weg bis zur Rezeption des Hotels "Colibri Guesthouse" zu Fuß. Das Hotel besteht aus einem größeren Gebäude, welches Rezeption, Restaurant, Küche und einen Pool enthält Es liegt unmittelbar am Strand. Die Gäste wohnen in Bungalows. Nach den Anmeldeformalitäten dürfen wir "unseren" Bungalow in Beschlag nehmen. Er liegt auf einer kleinen Anhöhe, 200 m vom Restaurant und 50 m vom Wasser entfernt. Als Erstes holen wir die Badesachen aus den Koffern und erkunden den Weg zum Strand. Es ist herrlich, so eine Abkühlung nach dem Stress der letzten Stunden zu erleben. Danach inspizieren wir den Bungalow. Er besteht aus einem großen Raum, der zugleich Wohn- und Schlafzimmer ist. Dahinter liegt das Bad mit Toilette und Dusche. An der Vorderseite des Bungalows befindet sich eine Terrasse mit zwei Liegen. Von da aus hat man freien Blick zum Meer.
Nachdem wir unsere Sachen in den Schränken verstaut haben, erkunden wir die Umgebung. Die Bungalows des Hotels liegen auf einem Hang, der schräg zum Ufer abfällt. Die ganze Anlage ist mit tropischen Büschen und Bäumen bepflanzt. Am Nachmittag gehen wir zu dem kleinen Ort, der sich um den Fähranleger etabliert hat, um im dortigen Supermarket einige Getränke zu kaufen. Dann ist es bald Zeit für das Dinner. Wir begeben uns in das Restaurant im Hauptgebäude unseres Resorts und können dort die leckeren Speisen genießen. Nach einem kurzen Spaziergang durch die nächtliche Anlage legen wir uns schlafen, denn wir sind seit 36 Stunden auf den Beinen.
Am nächsten Morgen werden wir nach einem guten Frühstück gegen 10:00 Uhr zu dem Gestern gebuchten Tagesausflug abgeholt. Es geht mit einem PKW quer über die Insel zu einer Bucht an der Westküste. Dort liegt schon ein Boot mit zwei mächtigen Außenbordmotoren bereit. Mit uns fährt noch ein englisches Paar mit. Das erste Ziel ist die Vogelschutzinsel "Cousin". Wir dürfen nicht selbst an dem Strand anlegen, sondern müssen draußen ankern und werden von einem Boot der Insel abgeholt. Das geschieht deshalb, um zu vermeiden, dass z.B. Ratten auf die Insel eingeschleppt werden, die den Bodenbrütern gefährlich werden können. Nachdem eine Gruppe von ca. 20 Personen zusammengekommen ist, werden wir einem Ranger zugeteilt, der mit uns einen 1-stündigen Inselrundgang durchführt. Überall am Wegesrand sitzen Seevögel auf ihren Nestern auf dem Boden und in den Bäumen. Sie haben absolut keine Scheu. Manche Vögel haben schon Junge und andere brüten noch. So nah habe ich noch nie freilebende Vögel sehen können. Ein tolles Erlebnis. Nach Abschluss des Rundgangs werden wir wieder zu unserem Boot gebracht.
Dort werden die Motoren wieder angeworfen und die Fahrt geht zum nächste Ziel: der Insel "Curieuse". Diese Insel hat neben einem sehr schönen Strand zwei Besonderheiten: Sie beherbergt eine Station für Riesenschildkröten, die frei herumlaufen und auf ihr befindet sich ein Picknickplatz. Der letztere besteht aus mehreren langen Tischen und Bänken und zum Schutz vor den immer hungrigen Schildkröten ist der Platz von flach liegenden Baumstämmen eingerahmt. Hier bekommen wir ein leckeres Mittagsessen. Wer Lust hat, kann nach dem Essen noch ein wenig baden.
Doch dann geht es weiter zum nächsten Zeil: der Insel "St.Pieree Island". Insel ist fast schon zu viel gesagt, es ist eigentlich nur ein bewachsener Steinhaufen, der wenige Meter aus dem Meer ragt. Kurz vor der Insel ankert unser Bootsführer und wir können eine Weile schnorcheln. In dem glasklarem Wasser können wir einen riesigen Schwarm von etwa 20 cm langen Makrelen beobachten. Dann fahren wir zurück zu unserem Ausgangspunkt. Es war ein wunderschöner, erlebnisreicher Tag.
Am nächsten Morgen haben wir uns einen Mietwagen für drei Tage bestellt, weil wir etwas mehr von der Insel sehen wollen und das Wandern bei 30°C keinen richtigen Spaß macht. Unser erstes Ziel soll der Nationalpark "Vallee de Mai" sein. Der Park befindet sich fast im Zentrum der Insel. Am Eingang befindet sich das Empfangsgebäude mit einem kleinen Shop für Souvenirs. Durch die urwaldähnliche Wildnis des Parks führen mehrere Wanderwege, die man nicht verlassen darf. In dem Park stehen auch ein paar Bäume, auf denen die Riesenkokosnüsse "Coco de mer" wachsen. Die gibt es nur auf den Seychellen-Inseln und sind deshalb äußerst selten und begehrt. Unter dem Blätterdach ist es angenehm kühl. Deshalb macht der Spaziergang auch richtig Spaß. Nach ungefähr drei Stunden verlassen wir den Park und fahren den Rest des Tages an einen Strand zum Baden und Schnorcheln.
Am nächsten Tag wollen wir mal richtig entspannen. Wir packen uns Proviant und Getränke ein und fahren in den Norden von Praslin an den Strand " Anse Lazio". Das Auto müssen wir etwas abseits parken und die letzten 100 m zu Fuß gehen. Der breite Sandstrand ist nur wenig bevölkert. Tiefhängende Äste der Bäume bieten angenehmen Schatten. Mehrere Boote ankern in der großen Bucht. Wir machen es uns mit unserer Decke im Schatten bequem. Einige Male gehen wir ins Wasser, aber dann mit Taucherbrille und Schnorchel. Bei 26°C Wassertemperatur kann man es lange aushalten. Es gibt einige Fische zu sehen. Die Korallen aber sind vielfach durch die hohe Temperatur des Wassers zerstört. Aber zum Baden ist es wirklich schön.
Der darauffolgende Tag ist unser letzter Tag auf Praslin. Da bereiten wir schon die Abreise vor, indem wir den Leihwagen zurückgeben und schon die gröbsten Dinge packen. Nochmal ein leckeres Dinner und danach einen Spaziergang durch die beleuchtete Anlage. Am folgenden Morgen geht dann die Fähre nach La Digue. Bei schönem Wetter und ruhiger See ist es diesmal eine schöne Fahrt.

Die Insel La Digue

Das meiste Leben auf der Insel spielt sich auf der windabgewandten Westseite der Insel ab Dort sich auch der Fähranleger. Bei der Ankunft der Fähre herrscht das übliche Gedränge. Nach einer Weile werden auch wir abgeholt. Auf dieser Insel gibt es zwar Straßen, aber keine Autos. Wir und unser Gepäck werden mit einem Ochsenkarren zum Hotel "L'Ocean" gefahren. Dieses Hotel liegt an der Küstenstraße an der Nordspitze der Insel. Nach einem Begrüßungsdrink bekommen wir die Schlüssel zu unserem Zimmer. Es liegt in der ersten Etage des langgestreckten Gebäudes über dem Restaurant. Neben einem Bad mit Dusche haben wir noch eine große Terrasse mit Blick auf das Meer.
Am Nachmittag erkunden wir die Umgebung zu Fuß. Obwohl nur die Küstenstraße zwischen Hotel und Meer liegt, kann man hier nicht baden, weil das Ufer gegen Erosion mit einem Steinwall geschützt ist. Am Abend genießen wir die köstlichen lokalen Speisen.
Das Fahrrad ist auf dieser Insel das Hauptverkehrsmittel. Darauf ist auch unser Hotel eingestellt und so bekommen wir am nächsten Tag jeder eins ausgeliehen. Zuerst fahren wir an der Kirche und dem Friedhof vorbei zu dem kleinen Ort am Fähranleger. Dort gibt es eine Polizeistation, ein paar Läden für Lebensmittel, einige Wohnhäuser von den Einwohnern und natürlich Ferienunterkünfte. Weiter der Küste entlang sehen wir einen Heli-Landeplatz. Dann kommt eine Station mit Riesenschildkröten, die man gegen Eintritt besichtigen kann. Darauf folgt eine Vanilleplantage. Dahinter befindet sich ein kleines Bistro. Auf dem Platz daneben lehnen unzählige Fahrräder an den Bäumen, denn weiter geht es nur noch zu Fuß. Der Pfad schlängelt sich zwischen riesigen Granitblöcken direkt am feinsandigen Strand entlang. Etwa 200 m draußen werden die Wellen von einem Korallenriff gebrochen. Wir haben den Strand "Anse Source D' Argent" entdeckt. Der ideale Ort zum Baden und Schnorcheln.
Hier sind wir nun fast jeden Tag. Doch nach zwei Tagen Baden reizt uns das Entdecker-Gen und wir durchqueren die Insel bis zum Süd-Ost-Strand. Wir radeln auf einer gut ausgebauten, einsamen Straße durch dichten Regenwald. Dieser Strand sieht richtig gut aus. Ein breiter Sandstrand, hohe Wellen und Granitblöcke an beiden Seiten der Bucht prägen das Bild. Dann bemerken wir eine große Tafel, auf der in sechs Sprachen vor dem Baden gewarnt wird. Eine starke Unterströmung kann Schwimmer ins Meer ziehen. So kühlen wir uns nur kurz ab und stärken uns für den Rückweg im nahegelegenen Bistro mit einem leckeren Fischgericht.
Nach sechs Tagen ist das schöne Leben vorbei und wir müssen wieder packen. Nun bringt uns die Fähre bei ruhiger See zur Hauptinsel Mahe.

Die Insel Mahe

Am Fährhafen werden wir mit einem PKW abgeholt. Nach kurzer Strecke biegt der Fahrer von der an der Küste entlangführenden Hauptstraße ab und es geht auf abenteuerlichen Wegen in die Berge zur "Albizia Lodge". Die ist zwar schön und luxuriös, aber liegt mitten im Nirgendwo, 4 - 5 km vom Strand entfernt. Wir wollen doch baden. So genießen wir erst mal den Luxus, was bleibt uns auch anderes übrig.
Doch für die nächsten Tage bestellen wir uns einen Leihwagen. Der steht dann am nächsten Vormittag auf dem Hof unseres Anwesens. Nach einem reichhaltigen Frühstück legen wir los. Am Anfang tue ich mich etwas schwer mit dem Fahren, denn die Einfahrt zum Gehöft ist gewöhnungsbedürftig. spitzwinkelig und steil. Aber mit der Zeit geht es. Zuerst besuchen wir die Hauptstadt Victoria. Es geht am Airport und dem Fährhafen vorbei auf einen großen Parkplatz am Rande der Stadt. Zu Fuß laufen wir durch das bunte Treiben. Es fühlt sich an, als ob alle Einwohner von Mahe heute die Stadt besuchen. Wir sehen den berühmten Uhrenturm aus der britischen Kolonialzeit mitten auf einer Kreuzung, kommen an vielen schönen Geschäften und einem Hindutempel vorbei und erreichen die Markthalle. Dort gibt es alles, was man zum Leben braucht: Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse, einfach alles. Darunter sind einige tropische Früchte, von denen wir nicht mal den Namen kennen. Am besten gefällt uns jedoch das kleine Restaurant im Obergeschoss. Dort gibt es auch erfrischende Getränke, die wir bei der Wärme dringend benötigen. Nachdem wir dann noch ein paar Läden besucht haben, fahren wir weiter.
In Serpentinen windet sich die Straße den Berg hinauf. Auf halber Höhe ist eine Kurve als Aussichtspunkt ausgebaut. Von da hat man einen tollen Ausblick auf die Stadt und den dahinter liegenden Hafen. Wir fahren weiter und kommen nach ein Weile an die Westküste. In einer langgestreckten Bucht liegt der Badestrand "Grand Anse". Wir suchen uns einen Parkplatz und holen die Badesachen aus dem Kofferraum. An dem breiten, feinsandigen Strand ist nicht viel Betrieb, so dass wir Schnorchel und Flossen ausprobieren können. Wie auf den anderen Inseln sind auch hier die Korallen durch die hohen Nachdem wir Wassertemperaturen stark geschädigt. Aber ein paar Fische können wir trotzdem entdecken.
Als wir ordentlich abgekühlt sind, fahren wir weiter an der Küste entlang in Richtung Süden. Dabei kommen wir an mehreren kleinen Ortschaften und einigen wunderschönen, menschenleeren Badebuchten vorbei. Die registrieren wir für einen Besuch in den nächsten Tagen. Irgendwann biegen wir dann links ab und durchqueren die Insel, bis wir an der Ostküste auf die Hauptstraße stoßen. Der folgen wir bis zum Abzweig, der uns über die Berge zu unserer Lodge bringt. Dort wartet schon ein leckeres Abendessen auf uns. Doch vorher spülen wir in der Dusche noch das Salzwasser vom Körper. Für den Abend haben wir uns aus der Hauptstadt eine Flasche Rotwein mitgebracht, die wir uns dann auf der Terrasse schmecken lassen.
So oder ähnlich verläuft jetzt jeder Tag. Neben Baden besuchen wir einmal den Botanischen Garten von Victoria. Der ist wirklich sehenswert. Ein anderes Mal fahren wir zu einer Teeplantage in den Bergen. Von da oben hat man einen tollen Ausblick über die Insel.
Aber irgendwann endet die schöne Zeit und wir treten die Heimreise an. Wir fliegen wieder mit den Emirates. In Dubai ist Zwischenlandung. Aus der Luft kann man die Stadt gut sehen. Rundum Wüste und dann eine grüne Oase mittendrin. Supermodern mit vielen mehrspurigen Autobahnen und grünen Parks zwischen den Häusern. Als wir nach der Landung aussteigen, verbrennen wir uns am Geländer der Gangway fast die Hände, so heiß ist es hier. Aber im Terminal, wo wir die Zeit bis zum Weiterflug verbringen, ist es angenehm kühl. Es ist sehr luxuriös ausgestattet: Wasserspiele, grüne Inseln mit Bäumen und Büschen, viel Glas und Mamor und edle Geschäfte, wo man Rolex und solche Dinge kaufen kann. Eben Luxus pur. Dann kommt unser Aufruf und wir steigen in den Flieger zur letzten Etappe unserer wunderschönen Reise.

Schnorcheln

Alle Strände, die wir besucht haben, sind ideal zum Schnorcheln. Der Strand ist meist flach abfallend bis zu einer Tiefe von etwa 2 m. Allerdings ist der Fischreichtum und die Artenvielfalt im Roten Meer größer.

Abendunterhaltung

Weil die Urlaubsunterkünfte meist nur wenige Gäste beherbergen, lohnen sich abendliche Shows nicht. Da ist Eigeninitiative gefragt.

Ausflüge

Ausflüge kann man an manchen Hotelrezeptionen buchen, Das ist aber unterschiedlich auf den verschiedenen Inseln.

Sonstiges

Wichtig ist, dass man Transfers mit bucht. Sonst ist man in der unbekannten Gegend ziemlich hilflos und verloren.